Kurs des Monats Juni: KI Manager nach ISO/IEC 42001

EU AI Act ab 02. August 2026: Warum jedes Unternehmen — auch in der grünen Branche — einen KI-Manager braucht

Am 2. August 2026 tritt das Sanktionsregime des EU AI Act in voller Breite in Kraft. Damit gelten die Pflichten für Hochrisiko-KI-Systeme unmittelbar — und mit ihnen Bußgelder von bis zu 35 Mio. Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes. Für Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer wird KI-Governance damit zur Chefsache, gerade auch in Branchen, die bisher nicht als „IT-getrieben“ galten: Baumpflege, GaLaBau und alle Unternehmen der grünen Branche eingeschlossen.

Die Nürnberger Schule reagiert auf diese Lage mit ihrem neuen Lehrgang „KI-Manager nach ISO/IEC 42001“ — kompakt, online, in zwei Tagen. Der nächste Durchgang läuft am 07.–08. Oktober 2026.

Was am 2. August 2026 in Kraft tritt

Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist seit August 2024 in Kraft, seine Pflichten gelten gestaffelt:

  • 02.02.2025: Verbote nach Art. 5 (z. B. Social Scoring, manipulative KI) sind anwendbar.
  • 02.08.2025: Pflichten für General-Purpose-AI-Modelle.
  • 02.08.2026: Die zentralen Pflichten für Hochrisiko-KI-Systeme sowie das vollständige Sanktionsregime greifen.

Was die meisten unterschätzen: „Hochrisiko-KI“ meint nicht nur futuristische Großmodelle. Darunter fallen auch alltägliche Werkzeuge — etwa KI-gestützte Personalauswahl, automatisierte Bonitätsbewertung, KI in der Verkehrssicherheit oder Systeme, die Entscheidungen über den Zugang zu Bildung oder Sozialleistungen vorbereiten. Sobald ein Werkzeug in einem regulierten Lebensbereich Entscheidungen wesentlich beeinflusst, ist es regulatorisch relevant.

Auch Baumpflege, GaLaBau und Unternehmen der grünen Branche sind betroffen

Die Nürnberger Schule ist tief in der grünen Branche verwurzelt — und gerade hier wird die KI-Verordnung oft unterschätzt. Drei Beispiele, die heute schon Realität sind:

  • KI-gestützte Baum- und Verkehrssicherheitsbewertung: Systeme, die aus Drohnenaufnahmen oder Sensordaten Aussagen zur Standsicherheit eines Baumes ableiten, können den EU-AI-Act-Hochrisiko-Bereich berühren — denn die Entscheidung wirkt auf die öffentliche Verkehrssicherheit.
  • KI-Assistenten in der Angebots- und Auftragsbearbeitung: Wer ChatGPT, Microsoft Copilot oder vergleichbare Werkzeuge ohne dokumentierte Spielregeln nutzt, hat ein ungeregeltes KI-System im Haus — mit allen Datenschutz-, Haftungs- und Compliance-Folgen.
  • KI in Routenplanung, Kalkulation oder Personalauswahl: Tools, die Schichten oder Touren optimieren oder Bewerbungen vorfiltern, fallen je nach Einsatz in die Hochrisiko-Kategorie.

Der Punkt ist nicht, dass KI in jedem Betrieb verboten wäre — im Gegenteil. Der Punkt ist, dass jeder Betrieb, der KI nutzt, ab August 2026 nachweisen können muss, dass er es geordnet tut. Genau das ist die Aufgabe eines KI-Managers.

ISO/IEC 42001 — die Antwort auf die EU-AI-Act-Pflichten

Die ISO/IEC 42001 ist die weltweit erste zertifizierbare Norm für KI-Managementsysteme, veröffentlicht im Dezember 2023. Sie definiert, wie ein Unternehmen den Einsatz von KI systematisch plant, überwacht und kontrolliert — analog zu ISO 9001 für Qualität oder ISO 27001 für Informationssicherheit.

Wichtig zur Einordnung: ISO/IEC 42001 ist selbst keine Pflicht. Verbindlich ist der EU AI Act. Aber: Eine Zertifizierung nach ISO/IEC 42001 gilt nach Art. 40 EU AI Act als anerkannter Konformitäts-Nachweis für viele Hochrisiko-Pflichten. Wer also nach ISO/IEC 42001 aufgestellt ist, erfüllt damit zugleich einen großen Teil dessen, was der EU AI Act fordert — und kann das gegenüber Behörden, Auftraggebern und Versicherern strukturiert belegen.

In der Praxis heißt das: eine KI-Risikoanalyse pro eingesetztem System, dokumentierte Verantwortlichkeiten, Schulungspflichten, Vorfall-Management, regelmäßige Überprüfung. Genau diese Aufgabenfelder gehören in die Hand eines benannten KI-Managers.

Vier Konsequenzen, wenn Sie ohne KI-Governance bleiben

1. Bußgelder bis 35 Millionen Euro

Art. 99 des EU AI Act sieht drei Stufen vor:

  • bis 35 Mio. € oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes bei Verstoß gegen Art. 5 (verbotene KI-Praktiken),
  • bis 15 Mio. € oder 3 % bei Verstoß gegen Hochrisiko-Pflichten,
  • bis 7,5 Mio. € oder 1 % bei falschen oder irreführenden Angaben gegenüber Behörden.

Für KMU und Start-ups sieht der EU AI Act ausdrücklich niedrigere Sätze vor — gestrichen sind die Strafen aber nicht. Wer ohne KI-Governance arbeitet, riskiert in jeder Größenordnung empfindliche finanzielle Folgen.

2. Haftungs- und Versicherungsrisiken

Geschäftsführer haften für Compliance-Verstoße persönlich. Sobald ein KI-System im Unternehmen zu einem Schaden führt — eine fehlerhafte Bewertung in der Verkehrssicherung, eine falsche Bonitätsentscheidung, ein durch KI verursachter Datenschutzvorfall — wird gefragt: War das KI-Risiko erkennbar, war es dokumentiert, war es beherrscht? Wer hier keine strukturierten Nachweise liefern kann, verliert nicht nur den Versicherungsschutz, sondern wird persönlich in die Haftung genommen.

3. Ausschreibungs- und Auftraggeber-Druck

Wer öffentliche Auftraggeber bedient — Kommunen, Deutsche Bahn, Landesbehörden — kennt das Muster: ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001 sind in Vergabeverfahren längst Pflicht oder bringen mindestens Punktevorteile. Genau dasselbe wird ab August 2026 mit der KI-Governance passieren. Wer in Stuttgart, Berlin oder bei der Bahn an einer Baumkontroll- oder Verkehrssicherungs-Ausschreibung teilnimmt und systematisch KI einsetzt, wird zunehmend einen Nachweis dafür mitliefern müssen. Auch B2B-Kunden — Energieversorger, Wohnungsbauer, Industriebetriebe — bauen KI-Governance heute schon in ihre Lieferantenbewertungen ein.

4. Reputations- und Wettbewerbsfolgen

Wenn ein KI-Tool eine sicherheitsrelevante Fehlentscheidung trifft — etwa ein als „standsicher“ eingestufter Baum stürzt — ist der mediale Schaden oft größer als der direkte finanzielle. Umgekehrt gewinnt, wer eine ISO-42001-Zertifizierung früh vorweisen kann: First-Mover-Vorteil im regulierten Markt, klarer Vertrauensanker bei Kunden und Versicherern, sichtbarer Reifegrad beim Recruiting. Qualifizierte Fachkräfte wollen heute für Arbeitgeber arbeiten, die vorausschauend mit Technologie umgehen — nicht für solche, die hinterherlaufen.

So holen Sie Ihren KI-Manager an Bord

Der Lehrgang „KI-Manager nach ISO/IEC 42001“ der Nürnberger Schule ist genau für diese Lage konzipiert: kompakt, praxisnah, an einem Wochenende absolvierbar. In zwei Tagen online lernen Teilnehmende die Anforderungen des EU AI Act und der ISO/IEC 42001, bauen ein KI-Managementsystem im eigenen Betrieb auf und übernehmen die Rolle der/des verantwortlichen KI-Managerin/-Managers.

Zielgruppe sind Geschäftsführende, IT- und Qualitätsmanager, Datenschutzbeauftragte und Compliance-Verantwortliche aus Mittelstand und Handwerk — ausdrücklich auch aus der grünen Branche. Vorkenntnisse in KI-Programmierung sind nicht erforderlich; vermittelt wird das Management-Handwerkszeug, nicht der Algorithmus.

📅 Nächste Termine: 07.–08. Oktober 2026 · 04.–05. Februar 2027
💻 Format: Online, 2 Tage, je 09:00–17:00 Uhr
💵 Kursgebühr: 890,00 € netto
🎓 Dozent: Manuel Gollner, GO Institut

Wer den Stichtag 02. August 2026 ohne KI-Governance erreicht, geht ein vermeidbares Risiko ein. Wer ihn vorbereitet erreicht, hat einen handfesten Vorteil gegenüber dem Wettbewerb.

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